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Wenn unser Tempo nicht dasselbe ist

  • Familienbegleitung Goldfunke
  • 5. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit


Neulich wollte ich mit meinen Kindern raus.

Also… ich wollte raus. Nicht, weil ich plötzlich Lust auf frische Luft hatte –sondern weil unser Hund Koda mich mit seinem „Ich muss JETZT raus“-Blick angeschaut hat, während mein zweijähriger Sohn und meine sieben Monate alte Tochter gleichzeitig an mir hingen wie kleine Koalas.

Willkommen im Familienalltag.


Ich stand da mit Jacke in der Hand, mental schon zehn Schritte weiter:

„Anziehen. Schuhe. Los geht’s – wir schaffen das!“


In meinem Kopf lief im Hintergrund diese leise Dauerschleife von:

Arzttermin (weil wir wieder ein Kindergarten-Mitbringsel namens Pseudokrupp abgestaubt haben).

Einkaufen (weil der Kühlschrank exakt eine Gurke enthielt).

Kochen.

Haushalt.

Und irgendwo dazwischen auch noch arbeiten –falls am Abend noch Hirnkapazität übrig ist.


Und mein Sohn? Der wollte das Sofa mit seinem „Torad“ retten. Sehr wichtiges Projekt offensichtlich.

Er hat mich mit der Ruhe eines Zen-Mönchs ignoriert und einfach weiter brumm-brumm gemacht.Konzentration: 100 %. Interesse an meinen Plänen: 0 %.



💛 Zwei Welten. Ein Wohnzimmer.


In solchen Momenten frage ich mich manchmal:

Warum renne ich eigentlich ständig? Und warum rennt mein Kind nie mit?


Wir leben in einer Welt, die immer schneller, lauter, voller wird. Es fühlt sich manchmal so an, als würde der Alltag auf einem Laufband stattfinden,das jemand auf Stufe 12 gestellt hat.

Und während ich versuche mitzuhalten, steht mein Kind daneben,betrachtet eine Fussel auf dem Teppich und denkt innerlich:„Mama… warum rennst du eigentlich?“


Kinder haben dieses unfassbare Talent, komplett im Moment zu sein.

Wir Erwachsenen… eher nicht.


Wir wollen leiten, führen, vorwärtskommen. Sie wollen entdecken, folgen, da sein. Und obwohl wir oft denken, wir müssten ihnen die Welt erklären, merke ich immer öfter:

Vielleicht können wir von Kindern viel mehr lernen, als uns bewusst ist.



💛 Wenn ich ihm folge, kann er mir leichter folgen


Manchmal frustriert mich das. Weil ich spüre, wie ungeduldig ich bin.

Wie sehr ich mir wünsche, mal kurz gleichzeitig mit meinem Kind im gleichen Moment zu landen.


Und dann kommt er – dieser eine kleine, leise Augenblick:

Ein Blick.

Ein Lachen.

Ein „Mama guck mal!“, das mich aus meinem inneren Sprint herauszieht.


So ein kleiner Goldfunke, der sagt:„Bleib kurz bei mir.

Dann komm ich später auch wieder mit dir mit.“


Ich merke immer mehr: Wenn ich einmal durchatme, wenn ich sein Tempo sehe, wenn ich ihm folge, anstatt ihn zu ziehen –dann gelingt es ihm viel leichter, mir später zu folgen. Nicht, weil ich lauter werde. Sondern weil er sich vorher gesehen gefühlt hat.


Diese kleinen Momente verändern nicht das ganze Chaos. Aber sie verändern, wie ich mich darin bewege. Sie machen alles leichter. Ehrlicher. Weicher.

Und vielleicht…muss ich gar nicht immer schneller sein. Vielleicht reicht es manchmal, einfach stehen zu bleiben und zuzuschauen, wie jemand das Sofa professionell mit dem Motorrad bearbeitet.



Und du?


Kennst du das?

Dieses Gefühl, eigentlich schon im nächsten Termin zu stecken, während dein Kind noch komplett im Jetzt lebt?

Was hilft dir, einmal kurz zu stoppen und den Moment wirklich zu sehen?

Ich freue mich, wenn du deine Gedanken teilst. 💛


Herzlich, Jessica

 
 
 

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